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26.06.2018

Moisés Yagües - On the other side

29. Juni - 31. August 2018

Moisés Yagües (*1972, Murcia) erzählt in seiner Ausstellung On the other side Geschichten von Grenzen und Migration. Es ist eine Serie von Xylographien in schwarz/weiß.  Zeichnungen und Collagen runden die Ausstellung.
Hintergrund der Idee stellt die traurige, aber unvermeidliche Realität der Flüchtlingssituation dar, geprägt von Tunneln, kleinen Booten, Zäune und Menschen, die alles dafür riskieren, um auf die andere Seite zu gelangen… Inspiration des Künstlers war Autor Manuel Riva, der in seinem Roman „El lápiz del carpintero“ schreibt:
„Das einzig Gute an Grenzen sind die geheime Übergänge”.
Moisés Yagües Stil ist von den Einflüssen des Comics und ethnischer Kunst gekennzeichnet, die seinen Bildern einen bestimmten Grad an Humor und Ironie verleiht. Doch trotz der scheinbar einfachen Darstellung, besitzen Yagües Grafiken Ernsthaftigkeit und soziale Kompromisse. Die strengen Kompositionen und der starke Kontrast, der durch das gewählte Medium erzielt wird, führen dazu, dass die Wichtigkeit der Thematik nicht in den Hintergrund gerät. Bei seinen Arbeiten handelt es sich um intelligente Werke, in denen Yagües sich auf den menschlichen Zustand, Beziehungen und soziale Fragen konzentriert.
Es wird deutlich, dass es sich in den Erzählungen des Künstlers nicht um die Geschichte eines einzelnen Protagonisten handelt, sondern er die kollektive Massenbewegung verdeutlichen will. Wie Fische in einem Meer bilden die Figuren mit maskenhaften Gesichtern einen Schwarm. Der Kritiker David Alpañez deutete bereits:
„Der Künstler zeigt uns Charaktere, die sich an den Abgrund vorwagen, Körper im freien Fall, Seiltänzer und Kletterer, die mühevoll versuchen in der Balance zu bleiben, Menschen auf der Suche nach anderen Menschen und auf der Suche nach sich selbst sind, Menschen, die alle Hoffnung verloren haben. Es scheint, als betrachteten wir dies alles von außen, als könnten wir in die Fenster ihrer Häuser spähen, ohne dass ihre Geschichten uns beeinflussen. Als wäre es nur Spaß, ein Spiel. Bis man hinter die Figuren blickt und die volle Tragweiter der Werke erkennt, dauert es länger. Zunächst erkennt man, dass die Werke in einem einen Funken ausgelöst haben, so dass der gesamte (Denk-)Mechanismus beginnt zu laufen. Dann registriert man, dass einem auf dem Mund ein bitteres Lächeln eingefroren ist.  Und schließlich wird man von einer tiefen Melancholie ergriffen, die bis ins Innerste dringt. Es gibt keine Rückkehr mehr, man hat die Gewissheit, dass die Zeichnungen Yagües eine gewaltige Metapher für unsere Existenz sind“.