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12.11.2016

"Uncertain mountains" - Jordi Fulla

18.11.2016 - 20.01.2017

Die Kölner Galerie 100 kubik präsentiert die Ausstellung „Uncertain mountains“ des katalanischen Künstlers Jordi Fulla (*1967, Barcelona). Nach seiner künstlerischen Ausbildung an der Schule für Angewandte Kunst und dem Universitären Zentrum für Design und Kunst in Terrassa ging er neben seinem Beruf als Künstler auch wissenschaftlichen sowie lehrenden Tätigkeiten nach.
Innerhalb seiner Werke nimmt Fulla immer wieder  Rekurs auf die Natur und lädt den Betrachter mittels seiner manipulierten Wirklichkeiten, die er täuschend echt auf Leinen, Holz oder Papier bringt, dazu ein, den eigenen Blick auf die Welt in Frage zu stellen.

Die von Jordi Fulla in „Uncertain mountains“ behandelten Berge zeugen von Konstanz und Festigkeit, gleichzeitig aber auch von Unbeständigkeit und Fluss. Imposant in ihrer bloßen Erscheinung als auch in Bezug auf ihre Umgebung, behandeln sie das Thema der Berge als Symbol aber auch als Element, welches sich stetig im Prozess der Veränderung befindet. Gleichzeitig wird das Thema auch mit der Herausforderung, Überwindung und Bewältigung in Verbindung gebracht.

Die Bilder zeigen eine Vielfalt an Bergen, welche wiederrum neue Landschaften hervorrufen. In Jordi Fullas Werk, in welchem die Realität stets mehr ist als was sie zu sein scheint, offenbart sich der Himmel als leerer, leuchtender Raum, verwandelt sich jedoch gleichzeitig — auf die gewohnt verspielte Art und Weise — in neue Gebirgsketten. Seine fotografisch anmutende Malweise enthüllt Berglandschaften, bei welchen sich das Reale und das Fiktive miteinander verflechten. Repräsentation sowie Erscheinung verbinden sich, um den Betrachter daran zweifeln zu lassen, was er in Wirklichkeit vor sich sieht: Was genau fokussieren wir mit dem Auge? Das Sichtbare oder das Unsichtbare?

Innerhalb eines langwierigen Entstehungsprozesses war einer der Ausgangspunkte bezüglich der Konkretisierung der Serie „Uncertain mountains“ sicherlich die Serie gezeichneter Landkarten des japanischen Kartografen Ino Tadataka (1745/1818). Karten ohne eingezeichnetes Raster, in denen Tadataka die Regeln der Perspektive umgeht. Der Anblick Tadatakas Karten erzeugt die Vorstellung von der Landschaft als biegsame Haut der einzelnen Gebiete - ein Konzept, das Fulla in seinen „Uncertain mountains“ teilt.
Fullas Berge erheben sich wie monumentale Elemente und zeigen gleichzeitig auf, dass Realität transitorisch ist. Ihre Gestalt und Form kann einzig in Verbindung zu ihrem Volumen, zu der vom Raum geschaffenen Textur und zur Atmosphäre vernommen werden.