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22.01.2018

Rubedo - Matías Krahn

26.01. - 13.04.18

Mit dem Titel „RUBEDO“ präsentiert uns Matías Krahn (*Santiago de Chile, 1972) die letzte Serie seiner alchemistischen Reise in die eigene Selbsterkenntnis als Künstler. Nach „Nigredo“ und „Albedo“ gewinnt Krahns unverfälschte Bildsprache und stilistische Handschrift erneut an harmonischer Stabilität: Auch dieses Mal stehen vor allem die puristische Farbnutzung sowie die poetische Materialität der Bildoberfläche im Vordergrund.
Mit den Titeln seiner letzten zwei, sowie seiner aktuellen Ausstellung bezieht sich Krahn auf den alchemistischen Prozess zur Herstellung des Steins der Weisen. Während „Nigredo“ die erste Stufe darstellt, in der die Materie zunächst auf ihren schwarzen, formlosen Urzustand zurückgeführt werden soll, beinhaltet die zweite Phase „Albedo“ eine Vielzahl von Farben und ist für die Weißung der bis zu dem Zeitpunkt noch essentiellen Materie verantwortlich. Aus der letzten und höchsten Stufe „Rubedo“ soll schließlich der Stein der Weisen hervorgehen.
Die Bildinhalte von Matías Krahns Serien spiegeln den genannten Prozess wieder: Hierbei wird die Findung und Vollendung seiner stilistischen Signatur als Endprodukt mit dem wertvollen Stein gleichgesetzt.
In seiner ersten Serie „Nigredo“ reduziert Krahn den Farbauftrag sowie die Farbpalette auf die unendlichen Nuancen der Urfarben Schwarz und Weiß und arbeitet größtenteils mit den symbolträchtigen Formen der Sonne und des Mondes. Diese Formen erschaffen, der Legende nach, den idealen Zustand des Gleichgewichts „Albedo“, der sich auch in der gleichnamigen Serie des Künstlers durch Farbenfreude, Harmonie und einer organischen Pastosität des Pinselduktus ausdrückt. In der letzten Phase des Prozesses und somit auch in seiner neuen Serie „Rubedo“, geht es um die Verwirklichung bzw. die lebendige Umsetzung dieses utopischen Zustands der zweiten Phase in der Realität.
„Rubedo“ greift Aspekte der beiden vorangegangenen Serien hinsichtlich der Farbigkeit, des Formenvokabulars sowie der Oberflächenbeschaffenheit des Gemäldes auf und schafft aus ihrer Verbindung eine vollkommene und kohärente, jedoch vielseitige und dynamische Einheit, die ein hohes Maß an harmonischer Energie und Gleichgewicht ausstrahlt. Wir finden in den neuen Werken sowohl die weiten, formlosen Flächen in  Schwarz- und Weißtönen als auch die farbenfrohen und vitalen, fast plastischen, geometrischen Formen wieder. Dieses Mal jedoch vereinigen sie sich in immer neuen Varianten, mal linear, mal mosaikähnlich, in einem linearen, interaktiven Wechselspiel miteinander.
Dieses geistreiche Resultat eines stetigen Wunschs danach, die Welt sowie sich selbst als Individuum und als Künstler zu begreifen, wird Sie hoffentlich genauso verzaubern und positiv überraschen wie uns!